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DJ gebucht und enttäuscht worden...

Es gibt viele Locations, die schon im Vorfeld versprechen, dass es kein Problem darstelle wie laut gefeiert wird…

 

Falsch! Ich erlebe es immer wieder anders. Viele Betreiber schwindeln Ihre Kunden an, um an den Auftrag zu kommen. Sie verschweigen oft, dass es in der Vergangenheit schon Ärger mit Nachbarn, Anwohnern, etc. gab und wer ist der Leidtragende dann? 

 

Lesen Sie selbst:

 

  • 22:00 Uhr: Die Party beginnt und ich erhöhe die Lautstärke der Musik. 
  • 22:15 Uhr: Der Kellner kommt und sagt mir, dass ich bitte leiser machen soll…! Auf meine Frage: „Warum?“ - Antwortet der Kellner: Wir wollen nicht, dass die Polizei kommt. Wir hatten in der Vergangenheit immer Ärger seitens der Nachbarn. 
  • 22:20 Uhr: Mein Auftraggeber kommt und sagt: „Mensch Tobi, gib mal Gas, die Leute wollen feiern“. Ich antworte darauf, was mir der Kellner sagte. 
  • 22:25 Uhr: Heftige Diskussion zwischen Betreiber der Location und meinem Auftraggeber. 
  • 22:30 Uhr: Mein Auftraggeber kommt und sagt: „Kannst lauter machen, ist alles abgeklärt“. Also drehe ich die Lautstärke wieder höher und die Leute fangen an zu tanzen. 
  • 23:00 Uhr: Nun kommt der Chef der Location und ermahnt mich, dass ich unbedingt leiser machen soll, ansonsten steht gleich die Polizei auf der Matte und ich brauche hier nie mehr auflegen.
  • 23:05 Uhr: Ich suche meinen Auftraggeber und erzähle Ihm von dem Vorfall. Dieser rastet nun mittelschwer aus und stürmt zum Chef der Location. Die Diskussion geht in die zweite Runde… Worte fallen wie: „Das haben Sie uns anders versprochen“, „Das wird rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen“, „Sie bekommen nur die Hälfte des Preises für den Abend“.
  • 23.10 Uhr: Ich probiere zu vermitteln und schließlich einigen wir uns auf: „Dann lassen wir es drauf ankommen, wenn die Polizei kommt“.
  • 24:00 Uhr: Die Polizei ist eingetroffen. Die Nachbarn haben sich beschwert, Musik leiser, Fenster zu, usw. Wir leisten Folge und versprechen darauf zu achten. 
  • 00:10 Uhr: Die Polizei ist weg und mein Auftraggeber gut angetrunken. Er kommt an mein Pult und verlangt von mir, die Musik aufzudrehen. 

 

 

Versetzten Sie sich nun bitte in meine Lage. Was sollte ich Ihrerseits machen? 

Dem Auftraggeber seinen Wunsch erfüllen oder auf den Betreiber hören (welcher schon mit einem rotem Kopf durch die Gegend rennt). Dazu kommt, falls die Polizei ein zweites mal erscheint, die Party sofort beendet wird. 

Ich drehe vorsichtig wieder ein bisschen lauter und achte darauf, nicht zu laut zu werden. Die Lautstärke der Musik ist definitiv leiser als der Gesang der Leute. Aber wie es nun kommen musste...

 

  • 00:30 Uhr: Die Polizei ist wieder da: Nun gilt einpacken, Party vorbei! Mein Auftraggeber diskutiert und beschuldigt den Chef der Location für eine falsche Aussage seitens der Lautstärke. Möchte nun Anzeige erstatten, aber die Polizei ignoriert es. 

Naja, ich packe jedoch meine Sachen ein und der Auftraggeber wird immer aggressiver. Es kommt zu einer starken Auseinandersetzung zwischen Locationbetreiber und Ihm. Gut das die Polizei noch vor Ort ist. Sie unterbindet das Vorgehen sofort und ermahnt meinen Auftraggeber, dass er sich zusammenreißen muss.

Das klappt auch, zumindest solange bis die Polizei wieder weg ist. Danach geht er erneut auf den Chef los und wie es kommen musste, landet die Hand meines Auftraggebers im Gesicht des Locationbetreibers. 

 

Jetzt ist der Zeitpunkt erreicht, wo die Polizei ein drittes mal vor Ort ankommt und ohne zu verhandeln, meinen Auftraggeber mitnimmt. 

 

Meine komplette Technik ist mittlerweile im Auto verstaut und ehe ich noch meine letzten Sachen aus der Location hole, der Chef mir mit ausdrücklicher Stimme und Kühlakku im Gesicht sagt: „Dich will ich hier nie mehr sehen, du hast Hausverbot“. 

Ich akzeptiere seine Meinung, da ich mich gut in die Lage des anderen Versetzen kann und mir klar ist, dass eine weitere Diskussion jetzt sowieso zwecklos wäre. 

 

Ich verabschiede mich noch von den letzten Gästen und fahre nach Hause. 

Auf dem nach Hause weg klingelt mein Telefon und die Braut meines Auftraggebers ist am Telefon und entschuldigt sich mit weinender Stimme bei mir. 

Ich sage ihr, dass es Ok ist und ich es sehr schade finde, dass der Abend so enden musste. 

Es handelte sich wirklich um eine Hochzeitsfeier, wo ich gebucht wurde und die in einem Fiasko endetet.

 

Und warum das alles? War es der Betreiber der Location schuld - nicht im Vorfeld zu erwähnen, dass es eine klare Auflage für die Lautstärke in der Location gibt? Oder ist mein Auftraggeber einfach durchgedreht? Aber schließlich hat er für den Abend über 20.000 Euro bezahlt. Da erwartet man doch schon einiges… Wer recht und wer unrecht hat, mag ich nicht zu beurteilen, feststeht jedoch folgendes:

 

 

Die Konsequenzen für alle Beteiligten: 

 

 

  • Auftraggeber: Erste Hochzeitsnacht alleine bei der Polizei, Anzeige wegen Körperverletzung und gerichtliche Auseinandersetzung mit dem Locationbetreiber über die Zurückhaltung der Zahlung für den Abend. 
  • Locationbetreiber: Sammelklage der kompletten Nachbarschaft bzgl. der Nachtruhe + Strafzahlung an das Ordnungsamt, da er in der Vergangenheit schon mehrfach negativ auffiel. 
  • Die Gäste: Konnten den Hochzeitskuchen, welcher für 00:30 Uhr eingeplant war nie essen. Wurde einfach komplett vergessen.  
  • Die Braut meines Auftraggebers: Hat absolut keine schöne Erringung an die Hochzeitsfeier, zumindest wie der Abend endete.
  • Für mich: Hausverbot in der Location. Musste als Zeuge vor Gericht aussagen. Habe bis heute auch kein Geld vom Auftraggeber erhalten. 

 

Und das alles nur, weil die Musik zu leise war…?!

 

 

Deshalb mein Appell an alle zukünftigen Brautpaare, Geburtstagskinder und Auftraggeber: Klärt unbedingt ab, ob ein Lärmschutzgutachten vorliegt oder es in der Vergangenheit ärger über die Lautstärke gab, damit ein solches Szenario im Vorfeld ausgeschloßen werden kann. 

 

Mein Vorgehen seitdem: Ich kläre im Vorfeld immer mit dem Betreiber der Locations ab, wie laut die Musik sein darf und unterrichte meine Auftraggeber sofort darüber. Dann kann jeder selbst entscheiden, wie er vorgeht...